Folge 6: Warum wir kämpfen, obwohl wir eigentlich ankommen wollen

Shownotes

In dieser Folge geht es um:

• inneren Kampf und versteckte Selbstvermeidung • Ego als Schutzmechanismus • Vergleich, Kontrolle und Drama • den Unterschied zwischen Impuls und Wahrheit • warum Ruhe oft ungewohnt ist, wenn dein System an Kampf gewöhnt ist

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00:00:10: Es gibt etwas, das mir in den letzten Jahren immer klarer geworden ist.

00:00:15: Viele von uns sind permanent im Kampf – nicht immer sichtbar und laut, aber innerlich!

00:00:24: Wir kämpfen um Anerkennung, wir kämpfen darum gesehen zu werden, wir Kämpfen darum nicht verletzt zu werden….

00:00:32: Wir kämpfen um Kontrolle, wir kämpfen um Recht.

00:00:36: Und manchmal kämpfen wir einfach nur weil wir gar nicht mehr wissen wie sich Ruhe eigentlich anfühlt.

00:00:44: Und das Verrückte ist, ich glaube keiner von uns die meisten von uns wollen gar nicht kämpfen.

00:00:52: Wir wollen ankommen!

00:00:56: Ich habe lange nicht gemerkt wie viel Kampf in mir war weil er gut verpackt war.

00:01:02: Verpackt als Ehrgeiz, als Disziplin, als... ...ich will einfach meinen Bestes geben Als ich bin halt ambitioniert, als ich nehme die Dinge eben ernst.

00:01:14: Aber wenn ich wirklich ehrlich bin War da oft etwas anderes drunter Der Wunsch, mich zu beweisen.

00:01:25: Der Wunscht zu zeigen ich bin gut genug Ich kann das!

00:01:30: Ich habe meinen Platz verdient.

00:01:33: Ich darf hier sein und es klingt erst mal gar nicht dramatisch aber es ist anstrengend Nicht unbedingt im Außen sondern innen.

00:01:46: Vielleicht kennst du das auch?

00:01:48: Du erreichst etwas worauf du eigentlich mega stolz sein könntest Und statt kurz stehen zu bleiben und so denken, wow geil!

00:01:56: Das habe ich geschafft.

00:01:59: Geht dein Kopf direkt weiter?

00:02:01: Was ist der nächste Schritt?

00:02:03: Wie halte ich das jetzt?

00:02:04: Wie werde ich noch besser?

00:02:05: Was fehlt noch?

00:02:07: Wo ist der nächsten Schritt?

00:02:09: Wo bin ich nicht gut genug?

00:02:12: Genau da merkst du... Du bist nicht angekommen.

00:02:16: Du bist schon wieder im nächsten Kampf.

00:02:21: Ich glaube mittlerweile genau das ist ein ganz wichtiger Punkt für viele Menschen.

00:02:28: Nicht jeder Kampf sieht aus wie ein Kampf.

00:02:32: Mancher Kampf sieht auch aus wie Leistung, wie Kontrolle, wie ständig es optimieren, ich hab's halt gerne im Griff.

00:02:43: aber wenn unter all dem keine Ruhe ist in dir Wenn da keine Weichheit ist, wenn da kein Vertrauen isst Auch wenn immer jemand sagt ja ich vertraue du musst doch nur vertrauen Wenn da Keine Weichkeit keinen Vertrauen ist dann ist es oft einfach nur Angst in schöner Verpackung.

00:03:07: Und genau hier kommt etwas ins Spiel, das oft komplett falsch verstanden wird.

00:03:13: Das Ego – das war bereits Bestandteil der letzten Folgen.

00:03:20: Viele denken bei Ego sofort an Arroganz.

00:03:24: An Lautstärke, die's auch tatsächlich hat... ...an Menschen, die sich über andere stellen….

00:03:30: …an Menschen die nur ihre Meinung akzeptieren und nicht die der anderen, die nur sich selbst sehen.

00:03:39: Aber so meine ich das nicht!

00:03:42: Dein Ego ist erstmal einfach ein Teil von dir.

00:03:46: Das Ego is'n Teil, der dich schützen will... Ein Teil der bewertet,... ...ein Teil der vergleicht,... ...een Teil der schnell reagiert auch überreagiert... Und ein Teil der immer sofort wissen will... Was bedeutet das jetzt?

00:04:02: Was ist jetzt

00:04:02: richtig?...

00:04:03: Wie sichere ich mich ab?

00:04:05: Wieso ist das jetzt so...?

00:04:07: Wieso verhält sich die Person so, wie verliere ich nicht?

00:04:12: Aber das Ego ist nicht das Problem.

00:04:18: Das Problem ist wenn du glaubst dass du es bist denn dann wird alles sofort persönlich jeder Blick jede Nachricht jede Reaktion jede Nichtreaktion.

00:04:34: Dann reicht schon eine kleine Sache.

00:04:35: und innen geht sofort der Film los.

00:04:42: ärgern, dass man sich so innerlich über was ärgert, das man getriggert ist.

00:04:47: Dann kommt dieses Warum schreibt er nicht?

00:04:50: Warum antwortet die so kurz?

00:04:52: Was habe ich falsch gemacht?

00:04:54: Was bedeutet das jetzt?

00:04:55: Was mache ich da jetzt raus?

00:04:58: und plötzlich bist du komplett drin!

00:05:01: Nicht im Moment, nicht in dir sondern in deinem Kopf.

00:05:07: Und glaubt mir, ich kenne es gut.

00:05:10: Dieses sofortige innere Anspring von null auf hundred achtzig Nicht mal unbedingt im Außensichtbar, aber innen läuft alles los.

00:05:20: Gedanken Möglichkeiten Interpretationen Szenarien Und irgendwann habe ich gemerkt nicht jede Bewegung in mir ist Wahrheit.

00:05:36: Manches ist einfach nur mein System das schnell Sicherheit will und Das Ist ein riesiger Unterschied denn wenn du das Mal wirklich begreifst verändert sich etwas Grundlegendes.

00:05:53: Dann musst du nicht mehr alles glauben, was in dir auftaucht.

00:05:57: ein Gedanke kommt aber du musst nicht mitgehen.

00:06:02: Ein Gefühl kommt Aber Du musst nicht sofort handeln Ein Impuls kommt Aber du musst dich zuvor reagieren.

00:06:12: Und genau da beginnt Freiheit.

00:06:18: Ich habe irgendwann angefangen mich selbst zu beobachten Nicht im Sinne von ich analysiere mich jetzt kaputt oder ich fühle mich zu Tode, sondern eher dieses... Ah!

00:06:32: Interessant.

00:06:35: Da ist gerade Unruhe, da ist gerade Vergleich, da isst gerade Angst.

00:06:40: Da isst grade ein Teil in mir der sofort reagieren will.

00:06:45: aber das bin nicht automatisch Ich Das Ist Etwas Ith Mir Aber Nicht Alles Von Mir.

00:06:53: und allein dass verändert so viel.

00:06:59: Vielleicht ist genau das einer der reifsten Schritte überhaupt dass du nicht mehr mit allem identisch bist, was in dir auftaucht.

00:07:07: Dass du nicht mir bei jedem Gedanken sagst das bin jetzt ich, Ich bin halt so oder bei jedem Gefühl Das ist die Wahrheit.

00:07:16: Sondern eher Okay Es ist da!

00:07:19: Ich nehme es wahr Und jetzt schaue ich mal ob ich dem überhaupt folgen will.

00:07:26: Das klingt erstmal unspektakulär Aber ganz ehrlich Das ist riesig Weil genau da plötzlich keine automatische Reaktion mehr ist.

00:07:39: Kein sofort zurückschreiben, kein sofort rechtfertigen.

00:07:44: Keinen sofort Angriff, keinen sofort Rückzug.

00:07:49: Ich muss mich jetzt zurücknehmen und keinen bewerten.

00:07:52: Sondern da ist ein kleiner Raum!

00:07:55: Und in diesem Raum liegt oft alles.

00:08:00: Ich glaube viele Menschen verwechseln Kampf mit Lebendigkeit.

00:08:07: Kampf erzeugt Bewegung.

00:08:11: Da ist Spannung, Energie, Intensität... Und ja, natürlich!

00:08:16: Das fühlt sich erst mal lebendig an.

00:08:19: Aber nicht jede Intensität ist Tiefe.

00:08:23: Nicht jede Spannung ist Wahrheit und nicht jedes innere Beben bedeutet das du etwas tun musst.

00:08:33: Manchmal bedeutet es nur dass ein alter Teil in dir gerade laut geworden ist.

00:08:41: Und manchmal zeigt sich dieser Kampf nicht im Leisten sondern im Drama.

00:08:48: Emotionale Hochs emotionale Tiefs, dieses ständige innere angezogen werden von Situationen die dich binden beschäftigen aufwühlen triggered weil da passiert wenigstens was.

00:09:03: Weil es dich etwas fühlen lässt!

00:09:06: Weil Ruhe sich für viele Menschen erstmal leer und bedrohlich anfühlt.

00:09:13: aber Ruhe ist nicht leer.

00:09:15: Ruhe is nur ungewohnt wenn dein System an Kampf gewöhnt ist.

00:09:22: ein weiterer Kampf ist Kontrolle Alles im Griff haben wollen.

00:09:29: Menschen, Situationen Ergebnisse Wirkungen Dein Team.

00:09:37: Weil Kontrolle sich anfühlt wie Sicherheit.

00:09:40: Aber wenn du ganz ehrlich bist Ist Kontrolle auch oft einfach Angst.

00:09:46: Angst vor Unsicherheit Angst vor Ohnmacht Angst davor Nicht zu wissen woran man ist.

00:09:54: Und ich glaube das ist etwas dass wirklich viele von uns kennen.

00:09:59: Nicht weil wir schlechte Menschen sind, nein.

00:10:03: Sondern weil wir Menschen sind.

00:10:06: und dann kommt irgendwann dieser leise Punkt.

00:10:10: Das ist kein großer Knall keine riesige Erkenntnis sondern dieses innere spüren.

00:10:16: ich bin müde vom kämpfen nicht weil Ich schwach Bin Sondern Weil ich verstanden habe dass Dieser Kampf mich nirgendwo hin führt Dass dieser Kampf Mich Kein stück weiter bringt das dieser kampf Hindert statt an den Dingen zu wachsen.

00:10:43: Nicht wirklich!

00:10:46: Der Kampf hält mich beschäftigt, aber er bringt dich in keinem Fall näher zu dir.

00:10:54: und vielleicht ist genau das der Wendepunkt wenn du merkst ich will nicht mehr aus jedem Impuls leben Ich will nicht auf alles aufspringen was in mir laut wird.

00:11:05: Ich will auch nicht mehr gegen mich selbst arbeiten.

00:11:13: Ich bin sehr sicher, dass genau das der Punkt ist an dem ganz viele verzweifeln.

00:11:18: Dass sie da sitzen und sagen ich möchte doch einfach endlich nur ankommen.

00:11:25: Und Ankommen heißt nicht, dass plötzlich alles still ist.

00:11:29: Das heisst auch Nicht, dass keine Gedanken mehr da sind.

00:11:32: Es heißt nicht ,dass keine Gefühle mehr dar sind.

00:11:34: Es heisst also nicht, dass dich nichts mehr triggert Schön wär's!

00:11:39: Ankommen heisst eher Du hörst auf gegen all das zu kämpfen dich mit allem zu identifizieren.

00:11:51: Und das war der Moment, den ich wirklich sehr liebe nach wie vor.

00:11:57: Der mir einen großen Teil Selbstliebe gegeben hat.

00:12:04: Du bist weicher!

00:12:06: Du wirst ruhiger und du wirst beobachtender... ...und paradoxerweise dadurch wirst du stärker.

00:12:16: Ich habe Stärke tatsächlich lange falsch verstanden.

00:12:19: Ich dachte immer, Stärke bedeutet Ich muss durchziehen, ich muss aushalten.

00:12:25: Ich darf nur nicht nachgeben!

00:13:00: Dass wir so oft kämpfen, weil wir glauben Wir müssten uns unser Ankommen verdienen.

00:13:07: Durch Leistung durch Kontrolle durch Disziplin durch richtiges Verhalten durch maximales Fühlen durch Bedingungsloses Vertrauen durch noch ein bisschen mehr.

00:13:23: Aber ich glaube es geht gar nicht darum dass wir es uns verdienen müssen.

00:13:29: Vielleicht geht es darum aufzuhören gegen dich selbst zu arbeiten.

00:13:35: Vielleicht musst du nicht mehr leisten, um dich sicher zu fühlen.

00:13:40: Vielleicht musst Du nicht mehr kämpfen, um deinen Platz zu haben!

00:13:44: Vielleicht musst Dich nicht mehr ständig beweisen, dass Du gut genug bist.

00:13:48: Vielleicht darfst Du einfach da sein und weich und liebevoll mit Dir selbst.

00:13:56: Und vielleicht ist genau das für viele Menschen der schwierigste Teil überhaupt.

00:14:02: Zwischen Seele und Schnauze bedeutet für mich genau das Tiefe Fühlen und aufhören zu kämpfen, denn vielleicht geht es am Ende gar nicht darum alles zu gewinnen.

00:14:14: Vielleicht geht es darum anzukommen bei dir!

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